Viral Communication: Öffentliche Resonanz auf die COVID-19-Pandemie

Dieses Projekt untersucht, wie Menschen in Deutschland die Pandemie erleben, welche Herausforderungen sich ihnen im Rahmen der Pandemie stellen und wie sie mit diesen umgehen. Zentral sind dabei die Informationen, die der Bevölkerung zur COVID-19-Pandemie zur Verfügung stehen bzw. welche ihnen zur Verfügung gestellt werden und wie sie mit diesen umgehen. Wir erheben daher Daten über den Zugang, das Verständnis und das Teilen dieser Informationen. In diesem Zusammenhang interessieren wir uns auch für die Bewertung von Falschinformationen, die Risikowahrnehmung und Einstellungen zu Corona-Maßnahmen. Erkenntnisse unserer Forschung werden in konkrete Handlungsempfehlungen umgesetzt, um Gegenmaßnahmen noch effektiver zu gestalten und Falschinformationen einzudämmen. Hierdurch sollen negative Effekte auf die Gesellschaft gemildert und ein solidarisches Miteinander gefördert werden.

Projektziel

Der Ausbruch einer Viruserkrankung geht nicht nur mit erhöhten Ängsten und Sorgen in der Bevölkerung einher, sondern bringt auch potentielle Falschinformationen und Stigmatisierung mit sich. Menschen unterscheiden sich daher sehr in ihrem Erleben und der Einschätzung des aktuellen Geschehens, was zu folgenden Fragen führt:

Wie nehmen Einzelpersonen und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen Risiken, (Verletzungen der) individuelle(n) Menschenrechte, ethische Pflichten und ihre eigenen sozioökonomischen Umstände wahr? Wie entwickelt sich das Verständnis der Pandemie in unterschiedlichen Kontexten?

Welchen Einfluss haben soziale Medien auf öffentliche Einstellungen zur Pandemie und die entsprechenden Maßnahmen? Welche Informationen werden gesucht? Werde sie gefunden und, wenn ja, wo? Wie sehr wird bestimmten Quellen vertraut?

Das Ziel unseres Forschungsprojektes ist es, integrative und effektive Strategien zu entwickeln, die es erlauben, die negativen Auswirkungen der Pandemie bestmöglichst einzudämmen. Besonders wichtig ist hierfür eine robuste, wissenschaftliche Basis an Daten zur Risikowahrnehmung sowie den Einstellungen zu COVID-19 und den daraus resultierenden Verhaltensweisen der Menschen in Deutschland. Durch die Befragung der Bevölkerung wird es möglich, diese aktiv am Gestaltungsprozess von
Gegenmaßnahmen zu beteiligen (Bottom-Up-Ansatz), wodurch der Zivilgesellschaft mehr Mitbestimmungsrecht verliehen wird und solidarische Verhaltensweisen unterstützt werden.

 

Forschungsziel 1

Erkenntnisse zur Risikowahrnehmung, dem Verständnis von COVID-19 und den Einstellungen zu den Corona-Maßnahmen in Verbindung mit soziodemographischen und sozioökonomischen Faktoren gewinnen. Dies erfolgt durch eine landesweite, repräsentative Online-Befragung zu drei Messzeitpunkten, die sich über 12 Monate strecken. Die wiederholte Befragung macht es möglich, Entwicklungsprozesse und den Einfluss bestimmter Ereignisse (z.B. Lockerung von Maßnahmen) zu untersuchen.

Forschungsziel 2

Mittels qualitativer interviews herausfinden, wie Individuen mit täglichen Herausforderungen umgehen, welchen Informationen und Akteur*innen sie vertrauen und was sie von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten. Auch hier werden die Teilnehmenden zu drei Messzeitpunkten befragt, um nicht nur den Status Quo, sondern auch die Entwicklung über die Zeit (12 Monate) zu erfassen.

Forschungsziel 3

Durch eine sechsmonatige Online-Ethnographie verstehen, wie Menschen in Deutschland auf sozialen Medien über COVID-19 kommunizieren, Informationen teilen und sich dabei gegenseitig beeinflussen. Dies beinhaltet das Beobachten von Aktivitäten auf sozialen Medien sowie weitere qualitative Interviews zum Verständnis der Beweggründe für bestimmte Aktivitäten. Zudem führen wir eine traditionelle Medienanalyse durch, um einen kontextuellen Rahmen für die Analyse zu schaffen.

Forschungsziel 4

Erkenntnisse zu alltäglichen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen von Menschen während der Pandemie gewinnen. Dazu wird eine Tagebuchstudie. durchgeführt, bei der die Teilnehmenden für einen Zeitraum von 6 Monaten alle zwei Wochen einen kurzen Fragebogen zur aktuellen Situation ausfüllen. Durch diese ausführliche Datenerhebung lassen sich nicht nur langfristige Veränderungen, sondern auch Schwankungen im Verlauf darstellen.

Understand-ELSED

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und offiziell Understand-ELSED. benannt. Das Akronym steht für Understanding the Ethical, Legal, and Socio-Economic Dimensions of the COVID-19 Outbreak (auf deutsch: Öffentliche Wahrnehmung ethischer, rechtlicher und sozio-ökonomischer Dimensionen des COVID-19 Ausbruchs).

Für weitere Informationen zur Förderung, besuchen Sie bitte die Projektseite des BMBFs.